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Hintergrundinformationen
Die sogenannte Finanzmarktkrise nahm in den USA ihren Anfang. Dort wurden über Jahre hinweg an Millionen Amerikaner Baukredite zum Erwerb von Häusern und Wohnungen vergeben, obwohl diese Kunden aufgrund ihrer schwachen Bonität und fehlender Sicherheiten nie einen Kredit hätten erhalten dürfen. Eine gigantische Maschinerie kam in Schwung: Millionen Häuser wurden erstellt, aufgrund der hohen Nachfrage explodierten die Hauspreise. Viele, die zunächst kleinere und bescheidenere Objekte erworben hatten, verkauften diese mit hohem Gewinn weiter und kauften vom erzielten Erlös gleich das nächste größere und bessere Objekt. Ein Großteil des Wirtschaftsaufschwungs, den die USA in den letzten Jahren erlebt haben, entfällt auf diese „Immobilienblase“. Hinzu kommt noch, dass die stetig steigenden Hauspreise den Hausbesitzern eine gleichfalls beständig steigende Werthaltigkeit und damit einen großen Vermögenszuwachs suggerierte, weshalb auch die Ausgaben für den sonstigen Konsum anstiegen. Viele lebten auf „zu großem Fuß“.
Um die Risiken dieser gigantischen und in den Billionen-Dollar-Bereich aufgelaufenen Immobilienfinanzierungen nicht alleine der den jeweiligen Einzelkredit ausreichenden Bank aufzubürden, wurden diese Kreditengagements verbrieft, also in Wertpapiere umgewandelt, die dann wiederum zur Refinanzierung an die Kapitalmärkte weitergereicht wurden. Um die Risiken dann noch weiter zu verteilen, wurden auch diese Verbriefungen wiederum umverpackt in immer komplexere und immer weniger durchschaubare Finanzprodukte, die dann zwecks Risikostreuung weltweit weitergereicht wurden. Aufgrund dieser – zumeist mehrfachen – Umverpackung in andere Finanzprodukte und Durchreichung an andere Kapitalmarktteilnehmer blieben die Risiken, die bereits mit der ganz am Anfang stehenden Darlehensvergabe an nicht ausreichend kreditwürdige Hauskäufer eingetreten waren, weitgehend verborgen. Kurz gesagt: Viele Marktteilnehmer hatten das Endprodukt gar nicht mehr verstanden und haben durch die ständigen Weiterverbriefungen die Risiken weder erkannt noch zutreffend eingeschätzt. Es wurden also Produkte verkauft, die von vielen Marktteilnehmern nicht durchschaut und deren fehlende Werthaltigkeit und die in den Verbriefungen gebündelten Ausfallrisiken nicht erkannt und damit falsch beurteilt wurden.
Diese „Immobilienblase“ ist zwischenzeitlich geplatzt. Verschuldete Hausbesitzer konnten ihre Kredite nicht mehr bedienen, die Hauspreise verfielen, Konsumausgaben wurden eingeschränkt und der damit eingeleitete wirtschaftliche Abschwung beschleunigte die Spirale nach unten noch weiter.
Erstmals im Frühjahr 2007 wurde der Öffentlichkeit (zunächst allerdings beschränkt auf einige Finanzakrobaten und die Erfinder und Vertreiber dieser neuen Finanzprodukte) offenbar, dass ein bisher nicht erkanntes Problem bestand. Wurde dieses neue Phänomen zunächst nur als lokales amerikanisches Ereignis abgetan so zeigte sich in den Folgemonaten das ganze Ausmaß des Desasters: Weltweit brechen Banken zusammen, die Börsen crashen und mittlerweile stehen selbst Staaten (z.B. Island) vor dem Bankrott.
Eine riesige Abschreibungswelle auf diese faulen Immobilienkredite war die Folge. So haben (Stand Ende September 2008) alleine neun der am meisten betroffenen Banken insgesamt 513,6 Milliarden US-Dollar auf diese faulen Kredite abgeschrieben.
| Citi Group | 55,1 Milliarden US-Dollar |
| Merrill Lynch | 52,2 Milliarden US-Dollar |
| UBS | 44,2 Milliarden US-Dollar |
| HSBC | 27,4 Milliarden US-Dollar |
| Wachovia | 22,7 Milliarden US-Dollar |
| Bank of America | 21,2 Milliarden US-Dollar |
| Washington Mutual | 14,8 Milliarden US-Dollar |
| Deutsche Industrie- und Kreditbank (IKB) | 14,6 Milliarden US-Dollar |
| Morgan Stanley | 14,4 Milliarden US-Dollar |
Einige dieser genannten Banken haben diese Abschreibungen nicht überlebt, viele andere Banken weltweit, die gleichfalls gigantische Abschreibungen vornehmen mussten, stehen mit dem Rücken an der Wand und können wohl nur durch Inanspruchnahme der staatlichen Hilfsprogramme überleben.
Zwischenzeitlich ist die Finanzkrise nicht nur in Deutschland und dem restlichen Europa sondern überall angekommen. Die Auswirkungen beschränken sich auch nicht mehr nur auf die Finanzmärkte sondern haben die gesamte Realwirtschaft erfasst.
Auch Kleinanleger machen sich nun Sorgen um ihr Erspartes und wollen vor allem wissen, ob ihr Geld noch sicher ist. Denn Sicherheit scheint derzeit vor allem der Staat zu vermitteln der mit einem bisher in dieser Höhe für völlig unvorstellbar gehaltenen Hilfsprogramm den Zusammenbruch der Finanzmärkte, und damit wohl auch der ganzen Wirtschaft, zu verhindern sucht.
Um Privatanlegern einen Überblick zu geben, welche Geldanlagen wie sicher oder auch mit welchen Risiken behaftet sind stellen wir in dem nachfolgenden Beitrag „Fragen und Antworten zur Finanzkrise“ die am häufigsten gestellten und Privatanleger am meisten bewegenden Fragen zusammen und beantworten diese.
Soweit Ihnen von einer Bank, einem Vermittler oder Finanzdienstleister, zu Geldanlagen geraten wurde die nicht der von Ihnen erwarteten Sicherheit entsprechen oder wurden Risiken verschwiegen so sollten Sie dies rechtlich überprüfen lassen. Unser Beitrag über mögliche Ansprüche wegen Beratungsverschuldens gibt Ihnen einen Überblick über die Möglichkeiten Schadensersatz zu erlangen. Da hier jeder Fall ganz besonders liegt muss der Sachverhalt in jedem Einzelfall detailliert erfasst und ausgewertet werden. Zu diesem Zwecke haben wir die hier abrufbaren beiden Fragebögen entwickelt, derer Sie sich bei Bedarf gerne bedienen können.
